Die häufigsten Rasenkrankheiten

So sollte ein Rasen aussehen: Sattgrün, dicht und gesund. Aber vor allem der Winter setzt dem Rasen oft sehr stark zu. Welche Krankheiten daraus entstehen und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier. Wobei Sie nicht nur erst nach dem Winter, wenn die Krankheiten sichtbar geworden sind, Maßnahmen ergreifen können, sondern auch bereits vor dem Winter als Vorsorge. Fragen Sie auch ganz einfach unsere Rasenprofis! Am besten direkt bei Ihrem nächstgelegenen Lust auf Garten-Partner.

Schneeschimmel (Microdochium nivale)

Aufgrund seines Namens wird der Schneeschimmel häufig mit Schnee in Verbindung gebracht. Dabei tritt diese Pilzkrankheit vornehmlich bereits in den Herbstmonaten September und Oktober bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes auf. Der Schnee ist keine Voraussetzung für diese Krankheit. Eine kühle Witterung in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit lässt an manchen Tagen die Infektion nahezu explodieren. Bei einer ausreichenden Nährstoffversorgung im Frühjahr wachsen sich die Schäden meist schnell wieder aus dem Rasen aus. Empfehlenswert ist das Belüften der abgetrockneten Grasnarbe (z.B. durch Striegel oder Vertikutieren). Bei starkem Befall kann eine Nachsaat nötig werden.

Symptome

Zu Beginn der Infektion zeigen sich kleine, graue Flecken von wenigen Zentimetern Durchmesser. Die Gräser an den befallenen Stellen sind nass und verfault. Diese kleinen Stellen weiten sich in der Folge zu größeren Flecken aus, wobei diese ineinander übergehen können. Typisch bei hoher Luftfeuchtigkeit ist auch das rosafarbene Pilzmyzel, welches sich an den Rändern der befallen Stellen bildet.

Vorbeugung

Besonderes Augenmerk zur Vermeidung von Schneeschimmel ist auf eine ausreichende Versorgung der Gräser mit Kalium im Herbst zu legen. Stickstoff wird im Herbst nur noch in geringer Menge gedüngt, damit das Blattlängenwachstum nicht übermäßig gefördert wird. Außerdem sollte eine gute Bodenbelüftung durch rechtzeitiges Vertikutieren und Aerifizieren erfolgen.

 

Typhula-Fäule (Typhula incarnata)

Bei der Typhula-Fäule handelt es sich im Gegensatz zum Schneeschimmel um eine echte Winterkrankheit. Der Erreger hat seinen Lebenszyklus an Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angepasst und die Infektion verläuft unter einer Schneedecke ab. Daher ist eine Infektion erst nach der Schneeschmelze erkennbar.

Symptome

Die Typhula-Fäule bildet unregelmäßige geformte Flecken mit einem Durchmesser von bis zu 1 m aus. Die Gräser sind papierartig vertrocknet, bei hoher Luftfeuchtigkeit manchmal mit einem grauweißen Pilzmyzel umgeben. Der Pilz überdauert im Boden mit seinen typischen orange-bräunlichen, später rotbraunen bis schwarzen Dauerkörpern, den Sklerotien. Sie erreichen bei Typhula incarnata eine Größe von bis zu 5 mm und sind mit bloßem Auge erkennbar. Die Sklerotien keimen im Herbst bei feuchter, kühler Witterung und geringer Lichtintensität. Gesteuert durch die UV-Anteile und die Helligkeit bilden sich entweder direkt die grau-weißen Pilzfäden (Myzel) oder die sogenannten Sporocarpe. Diese Sporocarpe sind 1 bis 2 cm lange, rosafarbene, aufrecht stehende Schläuche. Sie sind bereits im Spätherbst im kurz geschnittenen Rasen der Greens leicht zu erkennen und ein Hinweis auf eine bevorstehende Infektion. Außer bei sehr schweren Infektionen oder bei Mischinfektionen zusammen mit Schneeschimmel wachsen sich die Schäden durch Typhula-Fäule im Frühjahr wieder aus.

Vorbeugung

Genau wie beim Schneeschimmel ist auch zur Vorbeugung der Typhula-Fäule auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit hohem Kaliumniveau zu achten. Sehr häufig folgt die Krankheit auch einer vorangegangenen Infektion mit Schneeschimmel, da dann die Gräser bereits geschwächt sind. Grundsätzlich sollte der Rasenfilz reduziert werden, da in ihm die Sklerotien überdauern. Nach der Schneeschmelze sind die Infektionsstellen durch Typhula incarnata sehr gut an den vertrockneten Blättern mit den rötlichen Sklerotien (Überdauerungsorgane) erkennbar.

 

Wurzelfäule (Pythium ultimum, Pythium graminicole etc.)

Hinter dem Begriff Wurzelfäule verbergen sich diverse Krankheitsbilder, die in Abhängigkeit zum Alter der Rasenflächen stehen. Allgemein gesehen handelt es sich hierbei um eine Erkrankung, die vor allem Gräser mit geringer Vitalität befällt (Stresskrankheit). Aus diesem Grund tritt Pythium häufig als Folgeinfektion von Trockenschäden auf. Bei günstigen Umweltbedingungen kann es zu einer schnellen und großflächigen Ausbreitung kommen. Zum einen werden infizierte Pflanzenteile durch Maschinen und Spieler verschleppt, zum anderen werden Pilzsporen mit Oberflächenwasser verbreitet.

Symptome

  • Pythium bei Neuanlagen und Nachsaaten:

Nach dem Auflaufen trocknen die Gräser an der Halmbasis ein, fallen um und sterben ab. Sie lassen sich sehr leicht aus dem Boden ziehen, die Wurzeln sind dunkel verfärbt. Anfangs handelt es sich um kleine Kahlstellen, später laufen die Flecken ineinander und größere Flächen werden zerstört.

  • Pythium bei etablierten Rasenflächen:

Zu Beginn der Erkrankung trifft man auf kleine, eingesunkene Flecken, die bei hoher Luftfeuchtigkeit schleimig wirken und sich auch so anfühlen (Film auf den Blättern). Bei idealen Befallsbedingungen laufen die grauen bis rötlichen Flecken zusammen und lassen größere Flächen entstehen. In diesem Stadium besteht die Gefahr der Verwechslung mit Trockenschäden. Betrachtet man jedoch die Einzelpflanze, so lässt sich diese sehr leicht aus dem Boden ziehen. Dabei reißt in der Regel der braun verfärbte Wurzelhals ab. Das Myzel zeigt sich nur selten, wenn, dann bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Beachten Sie bitte folgende Faktoren, die den Befall von Pythium fördern:

  • Hohe Tagestemperaturen von 30ºC in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit und Nachttemperaturen von 20ºC sowie hohe Bodentemperaturen
  • Wassergesättigter Boden und lang anhaltend feuchter Pflanzenbestand (Staunässe, Tau, Schattenlagen, fehlende Luftzirkulation, Windstille)
  • Bodenverdichtungen
  • Stickstoffüberschuss (Stoßwachstum), Kaliummangel
  • Hohe pH-Werte

Vorbeugung

Durch die Beregnung vorzugsweise in den Morgenstunden kann der Bestand schnell abtrocknen und das Eindringen der Erreger in die Pflanze erschweren. Für die Infektion muss ein Wasserfilm auf den Blättern sein, der dem Erreger das Eindringen ermöglicht. Förderlich ist die Beseitigung von Bodenverdichtungen durch Tiefenlockerung und die Reduzierung des Rasenflizes durch Vertikutieren. Auf eine ausgeglichene und gleichmäßige Nährstoffversorgung und die Kontrolle des pH-Wertes ist ebenfalls zu achten.

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